TypoTipp: Was ist ein Layout?

Fragst du dich manchmal auch, ob dein Kunde weiß, was du genau tust? Ich frage mich das oft. Wobei ich mich auch oft frage, was der Handwerker, der gerade meine Heizung wartet, oder die Spülmaschine repariert genau tut. Es ist mir nicht ersichtlich, ich verstehe es nicht, weil ich es nicht gelernt habe. Aber ich bin froh, wenn nach getaner Arbeit durch den Handwerker wieder alles funktioniert.
Wenn mein Kunde nun zu mir kommt und ein Angebot haben will z. B. über Visitenkarten, einen Flyer, ein Plakat oder ein Buch biete ich in der Regel die Gestaltung oder das Layout zum Pauschalpreis an.
Mein Job ist es quasi, deine Idee in Form zu bringen!
Ich möchte euch heute gerne erzählen, wie ich z. B. eine Visitenkarte oder auch ein Plakat gestalte. Also jetzt nicht die aktuelle Gestaltung, aber wichtige Schritte, die mehr oder weniger bei allen Projekten zum Tragen kommen.
Als erstes sollten wir uns mal anschauen, was sich hinter dem Begriff „Layout“ verbirgt. Denn dieser Begriff ist doch bestimmt schon jedem einmal begegnet.

Was ist ein Layout?

Wenn man es sich vom englischen her anschaut, dann tauchen die Worte „to lay“ und „out“ drin auf. Also ist ein Layout etwas „ausgelegtes“. Man könnte auch sagen: das Layout ist der Plan, der Entwurf, die Gestaltung deines zukünftigen Druckwerkes. Mit dem Layout werden quasi deine Wünsche und Gedanken visualisiert. Damit transportierst du dich nach außen, z. B. mit deiner Visitenkarte. Ist sie verspielt, konservativ, streng, klassisch oder modern? Das sind alles Fragen, auf die das Layout Antworten gibt.

Was beinhaltet ein Layout?

Zu einem ordentlichen Layout oder einer guten Gestaltung gehören viele Parameter, u. a.:

Auswahl des Formats

Das Format wird natürlich oft vom Gegenstand der Gestaltung bestimmt. Eine Visitenkarte hat standardmäßig das Format 85 x 55 mm im Querformat oder 55 x 85 mm im Hochformat. Klar kann man Visitenkarten auch quadratisch anlegen, oder auch etwas kleinere Formate oder leicht größere Formate wählen oder eigene Formen in ähnlicher Größe. Für Formate außerhalb des Standardformats müssen eigene Druckereien gesucht werden, denn viele Druckereien lassen meine Visitenkarte auf einem Bogen mit anderen Karten laufen. Aber machbar ist vieles.
Nur eine Visitenkarte in der Größe eines Plakates, das wäre sowohl für dich als auch für den Empfänger deines Visitenposters kontraproduktiv. Wobei du eventuell mehr in Erinnerung bleibst, als mit einer Standardkarte.
Brauche ich ein Plakat, dann wähle ich natürlich ein größeres Format. Es gibt schon kleinere Plakate in A4, wie ich letztens für das DRK Fröndenberg gestalten durfte, aber die meisten Plakate haben das Format A3, A2 oder auch A1.

Erstellen des Satzspiegels

Das Wort schauen wir uns demnächst nochmal genauer an.
Hier soviel: Festlegung der Seitenränder gehört hier rein.

Auswahl von Fonts

Das ist eine sehr spannende Angelegenheit und kann sehr zeitaufwändig sein, die optimale Schrift für ein Druckerzeugnis zu finden. Das Beispiel der Visitenkarte wiedfer bemüht: verspielt, modern, streng, konservativ … dazu braucht es unterschiedliche Schriftarten.
Oft ist es natürlich sehr angenehm, wenn Kunden schon eine Hausschrift haben. Eine Hausschrift ist die Schrift, in der die Druckerzeugnisse für eine bestimmte Firma immer erstellt werden. So hat Helz-Design als Hausschrift die Bauhaus, das DRK die Helvetica, ein Kunde von mir lässt alles in der Futura setzen und das Commag, für das ich schreiben darf, erscheint immer in der Myriad.
Natürlich muss ich mir an dieser Stelle auch Gedanken machen, wie ich Überschriften darstelle, es müssen die Größen für die Grundschrift/Brotschrift und daran angepasst die Größen für die verschiedenen Überschriftarten festgelegt werden.

Auswahl von Farben

  • Hat mein Kunde eine Hausfarbe?
  • Schlage ich ihm Farben vor, die ich für angemessen halte, je nach Infos, die mir der Kunde zur Verfügung gestellt hat.
  • Welche Farben harmonieren mit der Hauptfarbe?
  • Wie sind diese Farben für den 4c (Cyan Magenta Yellow Key = Black) umzusetzen?

Wie gehe ich bei einem Plakat vor?

Als erstes kläre ich mit dem Kunden, was auf sein Plakat drauf soll. Im Falle des DRK war klar: Bilder müssen drauf, und es muss auch einiges an Text drauf.

DRK Fröndenberg Plakat

Manchmal müssen mehr Bilder sein und weniger Text, wenn beispielsweise für eine Vernissage geworben wird.
Also lasse ich mir dann Texte schicken. Das können wenige Sätze sein, oder nur die Parameter „Anfangsdatum, Enddatum, Veranstalter, Ort etc.“, manchmal sind die Texte aber auch recht umfangreich, oder ich muss mir auch mal selber was überlegen.
Dann muss der Kunde mir auch das Bildmaterial zukommen lassen, das sind neben den Bildern, die er gerne drauf haben möchte, auch Logos. Also beim DRK waren es die Bilder, die wir unten am rechten Rand sehen und das DRK Logo.
Als erstes schaue ich mir dann die Bilder in Photoshop an und bereite sie für den Druck auf. Manchmal müssen sie etwas aufgehellt werden oder geschärft werden. Einige Bilder weisen manchmal auch kleine Staubflecken auf. Diese Dinge bereinige ich dann auch.
Als nächstes erstelle ich in InDesign eine Datei im Format für das Druckprojekt.
Bleiben wir beim Plakat, das war beim DRK das Format A4 210 x 297 mm.
Da wir z. T. mit Rot als Hintergrundfarbe drucken wollten und das Rot bis an den Rand laufen sollte, musste ein sogenannter Beschnitt angelegt werden, d. h. um das Dokument musste ein 2–3 mm großer Bereich angelegt werden, der das Dokument vergrößert und dem Drucker die Möglichkeit gibt ohne weiße Ränder zu schneiden.

Beschnitt
Dann habe ich das Rot eingerichtet, das DRK benutzt normalerweise einen bestimmten Pantoneton, da wir aber in CMYK drucken wollten, musste dieser Pantoneton in CMYK umgewandelt werden, bzw. das Stylesheet sah schon vor, dass dann 100 % Magenta mit 100 % Yellow gemischt werden, was diesen sehr leuchtenden Rotton ergibt.
Fonts musste ich nun keine suchen, aber die Formate für die Helvetica definieren. Auch da hatte das DRK in seinem Stylesheet schon Vorgaben, die ich für unser Plakat übernommen habe und z. T. nach Kundenwunsch modifiziert habe. Wir haben einen Teil der Überschrift auch in dem DRK Rot gesetzt. Bei der Auswahl der Schriftgrößen ist natürlich immer drauf zu achten, dass diese auch Lesbar sind. Eine Visitenkarte hat naturgemäß kleinere Schriftgrößen als ein Plakat, was ich mir aus einer gewissen Entfernung anschaue.
Als nächstes habe ich in Photoshop den Hintergrund aus weiß und rot mit einer Elipse erzeugt. Diese habe ich in InDesign geladen.
Dann das Logo angeordnet, einen gewünschten QR-Code erzeugt, und entsprechend platziert.

http://helz-design.com
Die Bilder wurden platziert und ausgerichtet.
Und dann kam der Text dazu.
Hört sich nicht viel an, kann aber Stunden dauern bis der erste Entwurf fertig ist.
Zum Schluss entschied der Ortsverband Fröndenberg noch, dass sie gerne eine Hand, wo mit dem Finger auf den Betrachter gezeigt wird, auf dem Plakat haben wollten.
Hier galt es nun das Bildmaterial zu finden und dann entsprechend freizustellen.
Gerade das freistellen von Bildern ist eine langwierige Arbeit.

Wie funktioniert das Layout bei einer Visitenkarte?

Wir gehen vom Standard 85 x 55 mm aus. Ich liebe Karten im Querformat.

helzdesign
Auch hier wieder:
ich richte das entsprechende Format inkl. Beschnitt in InDesign ein, falls in Photoshop ein Hintergrund erstellt wurde, wird der eingeladen, sollte nur eine Farbe oder ein oder mehrere Farbstreifen oder Farbpunkte, das kann in InDesign erzeugt werden.
Die Schriften werden geladen und die Formate definiert.
Der Text wird reingesetzt, das Logo platziert, evt. ein Bild platzieren oder ein QR-Code erzeugen. Als ansprechend ausrichten und dem Kunden zur Korrektur vorlegen.

Alles fertig und nun?

Der Kunde hat alles gesehen, alles korrigiert, ist begeistert und will natürlich irgendwann das fertige Produkt in den Händen halten.
Nach der Freigabe, die bedeutet: „alles ok, kann gedruckt werden!“ erzeuge ich eine druckfähige PDF nach den Vorgaben der Druckerei, einige möchten gerne mit Schnittmarken, andere ohne, und schicke diese dann in die Druckerei. Ich garantiere dann auch meinem Kunden, das die Daten so gedruckt werden, wie wir das im Layout, in der Gestaltung festgelegt haben.

Brauche ich ein Layout zum Drucken?

Ja unbedingte, nur so kann sichergestellt werden, das genau das und genau so gedruckt wird, wie du es haben möchtest!

2 Antworten auf „TypoTipp: Was ist ein Layout?“

  1. Sehr schön, absolut verständlich. So kann ich als Kunde wenigstens wissen an was ich alles schon denken muss oder kann bevor ich Dich mit einem Auftrag beglücke.
    So erklärt sich mir auch die Preiszusammensetzung und ich wundere mich nicht wie so ein vermeintliches „bisserl Klicken“ zu so einem Endpreis kommen kann.
    Vielen Dank für die Aufklärung.

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