Farben und ihre Psychologie: Farbkreise

Heute möchte ich mich mit euch über Farbpsychologie, Farbsymbolik oder einfach auch über Farbwahrnehmung unterhalten.

Bei Farbwahrnehmung denke ich nicht daran, wie unterschiedlich Menschen Farben sehen oder interpretieren. Was für den einen ein zartes Himmelblau ist, tendiert für den anderen ins helle lila. Diese Interpretationen machen es natürlich für Grafiker und Mediengestalter schwierig, die Farbwünsche der Kunden um zusetzen. Wer kennt das nicht: „Ich möchte ein fröhliches grün auf meiner Website haben“ und als Beispiel für das fröhliche Grün werden die Unterseiten der getrockneten Pfingstrosenblätter präsentiert. Auch eine Art, die Dinge zu sehen.

Aber damit beschäftigen wir uns jetzt nicht, sondern wir gehen mit der Farbwahrnehmung auf einen allgemeineren, gesellschaftlichen, geschichtlichen oder auch religiösen Level.

Als Einführung  habe ich euch aber Farbkreise mitgebracht.

Farbkreise:

Farbkreis, das dürfte den Meisten noch aus dem Kunstunterricht in der Schule bekannt sein. Dort wurde immer von den drei Grundfarben: rot blau und gelb geredet. Die waren deswegen Grundfarben, weil man sie nicht durch Mischen erzeugen konnte.

Farbpsychologie: grundlegender Farbkreis mit rot-blau-gelb
grundlegender Farbkreis mit rot-blau-gelb

Spannend wurde es dann, wenn man anfing die Farben zu mischen. Dieses im gleichen Verhältnis zu tun, also genau die Hälfte Rot und Gelb um ein tolles Orange zu erzeugen ist mir nie gelungen. Dafür kann ich es jetzt mit Illustrator basteln. Die Mischung von zwei Farben im gleichen Verhältnis ergibt den Farbkreis mit Sekundärfarben.

Farbkreis: Sekundärfarben
Farbkreis: Sekundärfarben

 

Hier kann man auch das Prinzip der Komplementärfarben verstehen, das sind nämlich die Farben, die sich im Farbkreis genau gegenüberliegen, und – hier zitiere ich meine Kunstlehrerin vom Gymnasium: „die sich gegenseitig in ihrer Leuchtkraft verstärken.“ Hat sie schön gesagt, damals.

Diese Komplementärfarben finden wir überall in den unterschiedlichen Farbkreisen.

Hier sind es rot-grün, gelb-lila, blau-orange. Wenn man diese gegensätzlichen in Graustufen umwandeln würde, dann wären die Unterschiede nicht sichtbar, weil sie ungefähr den gleichen Kontrastwert haben.

Die nächste Stufe Farbkreis ist die wo neben den sekundären Farben rechts und links noch weitere eingefügt werden, also tertiäre Farben entstehen. Die Sekundären sind ja die primären im Verhältnis 1:1 gemischt und bei den Tertiären mischen wir z. B. im Verhältnis 25:75 oder 75:25.

 

Farbkreis: Tertiärfarben
Farbkreis: Tertiärfarben

Das ist schon ein Farbkreis, an dem ich mich besoffen gucken könnte.

Nun sind aber die Designern gewohnt, ihre Werke entweder im RGB-Farbmodus oder im CMYK-Modus anzulegen. Da konnte ich nicht widerstehen und habe auch entsprechende Farbkreise angelegt. „Warum eigentlich?“, fragt ihr euch sicherlich. Ihr könnt anhand der Farbkreise schon mal sehen, wie unterschiedlich Farben wirken können. Wie unterschiedlich sie aussehen. Bei den RGB- und CMYK-Farbkreisen habe ich euch auch die Mischungsverhältnisse zugeschrieben. Bei den CYMK-Farbkreisen ist bewusst auf Schwarz verzichtet worden. Schwarz aka K ist ja die Key-Farbe, die die Tiefe, die Schatten bringt.

RGB-Farbkreise

RGB-Farbkreis
RGB-Farbkreis

Leuchtet toll, finde ich. Man sieht wieder wunderbar, dass wir es hier mit Lichtfarben zu tun haben.

RGB-Farbkreis – Sekundärfarben
RGB-Farbkreis – Sekundärfarben
RGB-Farbkreis –Tertiärfarben
RGB-Farbkreis –Tertiärfarben

CYMK-Farbkreise

Auch mal die CMYK-Farbkreise im primären, sekundären und tertiären Bereich:

CMYK-Farbkreis – Primäre Farben
CMYK-Farbkreis – Primäre Farben

Schon bei den Grundfarben im CMYK-Bereich siehst du klar den Unterschied zu den RGB-Farben. Das liegt am unterschiedlichen Farbraum: RGB = additive Farben oder Lichtfarben – alle Farben mischen sich zu weissem Licht, CMYK oder auch der gute alte Farbkasten = substraktive Farben – alle Farben mischen sich zu schwarz. Hände hoch, wem das schon mal wirklich gelungen ist mit dem Farbkasten. Mir noch nie, kam immer was schmutzig, schlammiges, komisches, bräunliches bei raus. In der Theorie ist es möglich!

CMYK-Farbkreis – Sekundärfarben
CMYK-Farbkreis – Sekundärfarben

Bei den Sekundärfarben werden die CMYK-Farben wieder im gleichen Verhältnis gemischt und bei den Tertärfarben haben wir Anteile von z. B. 50% Cyan und 100% Magenta, was in meinen Augen ein hübsches Violett ergibt.

Bei den CMYK-Farben finde ich ja noch spannend, das man sich sehr leicht einen Farbkreis mit quartären Farben basteln kann, also wo der Anteil einer Farbe am Gesamtergebnis auch mal 25% oder 75% ist. Wegen der tollen Farben, die dabei herauskamen, konnte ich nicht widerstehen, ich musste ihn basteln und ich muss ihn euch auch zeigen. Mit gehangen, mit gefangen.

CMYK-Farbkreis –Tertärfarben
CMYK-Farbkreis –Tertärfarben
CMYK-Farbkreis – quartäre Farben inkl. Liste der Mischungen
CMYK-Farbkreis – quartäre Farben inkl. Liste der Mischungen

Ihr habt nun einen Eindruck von der unterschiedlichen Wirkung von Farben bekommen. Wobei in der Farbpsychologie nicht unterschieden wird, aus welchem Farbraum die Farben denn nun kommen. Wir werden auch nicht soviel über Abstufungen reden, also kein superzartes Grün oder Vanillegelb betrachten. Es geht mehr um die grobe Richtung.

Interessant und wichtig ist die Farbpsychologie zum Beispiel im Webdesign, oder auch generell im Grafik-Design, weil Farben eben auch Emotionen, Gefühle auslösen, Farben stehen für bestimmte Eindrücke und Assoziationen und funktionieren bei bestimmten Sachen dann nicht so gut.

 

Fortsetzung nächte Woche, wo wir uns dann weiter mit der Farbwirkung einzelner Farben beschäftigen.

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